Österreich bereitet Ende des Online-Glücksspielmonopols vor
Die österreichische Koalitionsregierung hat einen bedeutenden Schritt zur Liberalisierung ihres iGaming-Sektors unternommen. Ein neuer Gesetzesentwurf skizziert Pläne zur Auflösung des langjährigen Monopols des Landes für Online-Glücksspiele und öffnet den Markt ab Oktober 2027 für mehrere Betreiber. Dieser Schritt wird die derzeit von der Casinos Austria-Tochter Win2Day dominierte Landschaft drastisch verändern.
Der Eintritt in den neu regulierten Markt ist jedoch mit strengen Auflagen verbunden. Der vorgeschlagene Rahmen sieht eine obligatorische Abkühlungsphase für jeden Betreiber vor, der ohne Lizenz auf Österreichs Graumarkt aktiv war. Diese Periode beträgt zunächst 18 Monate und verlängert sich ab 2030 auf 24 Monate, eine Maßnahme, die etablierte Graumarktteilnehmer benachteiligen könnte.
Der Österreichische Verband für Wetten und Glücksspiel (OVWG) hat Bedenken geäußert und warnt davor, dass die Eliminierung zahlreicher Betreiber den Schwarzmarkt unbeabsichtigt stärken könnte. Zusätzlich zur Abkühlungsregel müssen Unternehmen alle ausstehenden Steuern und Spielerentscheidungen begleichen, um für eine Lizenz in Betracht gezogen zu werden.
Neue Spielerschutz- und Marktregeln in Österreich
Der Gesetzesentwurf führt auch aktualisierte Spielerschutzmaßnahmen und Betriebsgrenzen ein. Diese neuen Regeln spiegeln eine Verschärfung der Online-Glücksspielregulierung wider, die darauf abzielt, verantwortungsvolles Spielen zu fördern.
| Merkmal | Bisheriger Vorschlag / Aktueller Status | Neuer Gesetzesentwurf |
|---|---|---|
| Einsatzlimit Online-Slots | 10 € (zuvor geleakter Vorschlag: 2 €) | 5 € |
| Maximale Kundengewinne | Geleakter Vorschlag: 2.000 € | 10.000 € (bleibt unverändert) |
| Wöchentliches Einzahlungslimit | Nicht festgelegt | 1.680 € (250 € für unter 26-Jährige) |
Des Weiteren wird das Gesetz das Spieldesign streng kontrollieren, Pausen vorschreiben und Beschränkungen der Drehgeschwindigkeiten auferlegen. Auch der Sektor der landbasierten Casinos steht vor Veränderungen, da bei der nächsten Ausschreibung **13 Casinolizenzen** verfügbar werden.
CFTC fechtet Illinois-Steuer für Vorhersagemärkte an
In den Vereinigten Staaten bahnt sich ein Rechtsstreit um die bundesstaatliche Online-Glücksspielregulierung an. Die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) hat ihre Bundesklage gegen Illinois geändert und beantragt eine einstweilige Verfügung, um die neue Steuer- und Lizenzgebühren des Bundesstaates für Betreiber von Vorhersagemärkten zu blockieren.
Die betreffende Gesetzgebung, Senate Bill 3019, erhebt eine **1,75%-Abgabe** auf Börsenwetten, die auf 3,5% steigt, sobald eine Plattform jährlich fünf Millionen Wetten überschreitet. Zudem wird eine **1 Million Dollar Master-Lizenzgebühr** vom Illinois Gaming Board gefordert.
“Defendants’ attempt to regulate CFTC-regulated DCMs and target these DCMs by singling them out for special fees interferes with Plaintiffs’ exclusive authority to uniformly regulate and monitor this congressionally defined market.” - CFTC Geänderte Klageschrift
Die CFTC argumentiert, dass diese bundesstaatliche Struktur durch den bundesstaatlichen **Commodity Exchange Act** präemptiert wird, der ihr die ausschließliche Befugnis über solche Märkte einräumt. Diese Maßnahme folgt einer ähnlichen CFTC-Intervention in Rhode Island und deutet auf einen breiteren föderalen Widerstand gegen staatliche Bemühungen hin, diese Plattformen als traditionelles Glücksspiel zu regulieren.
Führungswechsel und Strategie im Wandel
Auch die iGaming-Branche erlebt erhebliche Turbulenzen auf Unternehmensebene, wobei die großen Betreiber Bragg Gaming und Entain vor entscheidenden Momenten stehen.
Bragg Gaming CEO bietet Rücktritt vom Vorstand an
Matevž Mazij, CEO von Bragg Gaming, hat seinen Rücktritt aus dem Vorstand des Unternehmens angeboten, nachdem die Aktionäre gegen seine Wiederwahl gestimmt hatten. Bei der Abstimmung wurden 55,67% der Stimmen gegen ihn abgegeben, eine direkte Reaktion auf eine anhaltende Underperformance, die dazu führte, dass die Unternehmensaktien im letzten Jahr um 65% fielen.
Als Reaktion auf diese Herausforderungen, zu denen auch Umsatzzahlen unter den Prognosen gehören, hat Bragg eine **12%ige Personalreduzierung** und eine Umstrukturierung implementiert, die darauf abzielt, jährliche Einsparungen von 4,5 Mio. € zu erzielen. Mazij bleibt CEO, während der Vorstand sein Rücktrittsangebot prüft.
Entain erwägt Verkauf des CEE-Geschäfts
Währenddessen prüft der FTSE 100-Betreiber Entain Berichten zufolge einen Verkauf seiner Beteiligung an Entain CEE, seinem mittel- und osteuropäischen Joint Venture. Der potenzielle Käufer ist der aktuelle Partner, der tschechische Private-Equity-Fonds EMMA Capital. Diese Division umfasst große Marken wie Kroatiens SuperSport und Polens STS Holding.
Dieser Schritt erfolgt nach Kritik der Aktionäre an der kostspieligen Expansion und einem jüngsten Leistungsrückgang, wobei die Netto-Gaming-Einnahmen aus der CEE-Region im **Q1 2026 um 6% sanken**. Ein **Verkauf von Entain CEE** könnte einen strategischen Kurswechsel für das Unternehmen signalisieren, während es ein schwierigeres Steuerumfeld in Großbritannien bewältigt und seine globalen Vermögenswerte neu bewertet.





