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EU Glücksspiel-Schwarzmarkt erreicht 91,6 Mrd. €; Regulierer handeln

Der EU-Glücksspiel-Schwarzmarkt ist laut einem neuen Bericht der European Casino Association auf geschätzte 91,6 Milliarden Euro angewachsen, was Rufe nach strengerer grenzüberschreitender Durchsetzung laut werden lässt. Als Reaktion auf wachsende Bedrohungen ergreifen Regulierungsbehörden Maßnahmen: Griechenland schreibt eine Ausschreibung für einen Cybersicherheitspartner aus, die Niederlande schlagen strengere finanzielle Schutzmaßnahmen für Spieler vor, und der Spieleentwickler Spribe sieht sich in Brasilien wegen seiner Marke 'AVIATOR' mit einem großen rechtlichen Rückschlag konfrontiert.

EU-Schwarzmarkt steigt auf 91,6 Milliarden Euro, Forderungen nach Maßnahmen

Das Ausmaß des illegalen Online-Glücksspiels, das auf Verbraucher in der Europäischen Union abzielt, hat im Jahr 2025 schwindelerregende 91,6 Milliarden Euro erreicht, ein Anstieg von 14 % gegenüber dem Vorjahr. Diese Daten, präsentiert von der European Casino Association (ECA) während eines hochrangigen Runden Tisches im Europäischen Parlament, verdeutlichen ein schnell wachsendes grenzüberschreitendes Problem. Der Bericht schätzt, dass dieser illegale Markt den EU-Mitgliedstaaten im gleichen Zeitraum etwa 22,9 Milliarden Euro an Steuereinnahmen entzogen hat.

Mit über 6.200 illegalen Glücksspielanbietern, die aktiv auf EU-Spieler abzielen, fordert die ECA einen stärkeren politischen Willen und eine verbesserte öffentlich-private Zusammenarbeit. Viele dieser unlizenzierten Unternehmen agieren von außerhalb der EU und umgehen lokale Schutzmaßnahmen und Verbraucherschutzvorkehrungen. Diese Situation untergräbt lizenzierte Betreiber, die erheblich in verantwortungsvolles Glücksspiel und die Einhaltung von Anti-Geldwäsche-Vorschriften investieren.

„Wenn wir jetzt nicht handeln, wird der illegale Online-Markt weiter auf Kosten der Spieler, der öffentlichen Finanzen und der legitimen Unternehmen wachsen.“ - Erwin van Lambaart, ECA-Vorsitzender.

Das Problem ist besonders akut in Mitgliedstaaten wie Deutschland, das niedrige Kanalisierungsraten aufweist, und Schweden, wo die Rate auf 84 % gesunken ist. Die Europäische Kommission schlägt vor, dass ihr **Digital Services Act (DSA)** einen Mechanismus bietet, um illegale Inhalte auf Social-Media-Plattformen zu identifizieren und zu entfernen, einem wichtigen Marketingkanal für diese Betreiber.

Nationale Regulierungsbehörden verstärken Aufsicht und Zusammenarbeit

Als Reaktion auf den wachsenden EU-Glücksspiel-Schwarzmarkt implementieren nationale Behörden strengere Maßnahmen und fördern die internationale Zusammenarbeit. Diese Bemühungen zielen darauf ab, den Spielerschutz zu verbessern, die Cybersicherheit zu erhöhen und ein sichereres reguliertes Umfeld auf dem gesamten Kontinent zu schaffen. Wesentliche Maßnahmen werden in Griechenland, den Niederlanden und durch neue Partnerschaften wie die zwischen Irland und Dänemark ergriffen.

Ein Überblick über europäische Regulierungsmaßnahmen

Land/RegionMaßnahmeWesentliches Detail
EU (ECA)Bericht & Aufruf zum HandelnIdentifizierte einen Schwarzmarkt von 91,6 Milliarden Euro.
GriechenlandAusschreibung & GesetzgebungSucht Cybersicherheitspartner und verhängt härtere Sanktionen gegen illegale Betreiber.
NiederlandeVorgeschlagene ReformenZielt darauf ab, Selbstausschluss (CRUKS) mit Finanzvormundschaft (CCBR) zu verknüpfen.
Irland/DänemarkZusammenarbeitUnterzeichneten eine Absichtserklärung zum Informationsaustausch und zur Durchsetzung.

Griechenland und Niederlande führen Regulierungsoffensive an

Griechenlands Hellenic Gambling Supervision and Control Commission (EEEP) hat eine Ausschreibung für einen spezialisierten Partner gestartet, um die Spielerüberwachung, KYC-Verfahren und AML-Schutzmaßnahmen zu stärken. Dieser Schritt ist Teil einer breiteren Regierungsstrategie, die die Erweiterung des EEEP-Mitarbeiterstamms und die Einführung strenger Strafen für illegales Glücksspiel, einschließlich Gefängnisstrafen von mindestens 10 Jahren und Geldstrafen von bis zu 700.000 Euro, umfasst.

Unterdessen hat der Vorsitzende der Kansspelautoriteit (KSA), Michel Groothuizen, in den Niederlanden eine bessere finanzielle Vormundschaft für gefährdete Spieler gefordert. Ein zentraler Vorschlag der bevorstehenden niederländischen Glücksspielreform ist die automatische Verknüpfung des nationalen Selbstausschlussregisters (CRUKS) mit dem Zentralen Kuratel- und Administrationsregister (CCBR), wodurch rund 275.000 Personen unter Finanzverwaltung vor Glücksspielschäden geschützt würden.

Um die grenzüberschreitende Aufsicht weiter zu stärken, hat die neue Gambling Regulatory Authority of Ireland (GRAI) eine Absichtserklärung mit ihrem dänischen Pendant, der Spillemyndigheden, unterzeichnet. Die Vereinbarung erleichtert eine engere Zusammenarbeit bei Compliance und Überwachung, ein entscheidender Schritt, da beide Regulierungsbehörden viele der gleichen internationalen Betreiber beaufsichtigen.

Wichtige Branchenentwicklungen: Rechtsstreitigkeiten und Lizenzierungstrends

Neben dem regulatorischen Vorstoß erlebt die Branche bedeutende Unternehmens- und Rechtsverschiebungen. Der Spieleentwickler Spribe sieht sich in Brasilien mit einer großen rechtlichen Herausforderung konfrontiert, während der jüngste Bericht der Malta Gaming Authority einen klaren Trend zur B2B-Lizenzierung signalisiert.

Spribe erleidet Rückschlag im 'AVIATOR' Markenrechtsstreit

Ein brasilianisches Gericht hat eine zuvor der Spribe OÜ gewährte einstweilige Verfügung bezüglich der Marke 'AVIATOR' aufgehoben. Die Entscheidung erfolgte, nachdem ein Bundesgericht die rechtlichen Wirkungen der Markenanmeldung von Spribe aufgrund einer Klage von Aviator Studio Brasil ausgesetzt hatte. Der Kläger legte Beweise vor, dass die Marke Jahre vor Spribes brasilianischer Registrierung in Georgien entstanden war.

Zu Spribes Schwierigkeiten kommt hinzu, dass die Staatsanwaltschaft in Brasilien eine Untersuchung gegen das Unternehmen wegen angeblicher missbräuchlicher Praktiken, einschließlich irreführender Werbung bezüglich des RTP des Spiels, eingeleitet hat. Der Staatsanwalt empfahl eine sofortige Aussetzung der technischen Zertifizierung für Spribes Spiele im Land.

MGA-Bericht zeigt B2B-Wachstum und „intelligentere Regulierung“

Der Jahresbericht 2025 der Malta Gaming Authority (MGA) zeigt, dass die Glücksspielbranche 6,3 % des maltesischen BIP erwirtschaftet hat. Ein wesentlicher Trend, der im MGA-Jahresbericht identifiziert wurde, ist das anhaltende Wachstum bei B2B-Glücksspiellizenzen, die den Großteil der Neugenehmigungen ausmachten. Die MGA verhängte 30 administrative Strafen und widerrief zwei Lizenzen, was ihr Engagement für die Aufsicht widerspiegelt. MGA-CEO Charles Mizzi betonte einen Philosophiewechsel: „Die Herausforderung für Regulierungsbehörden besteht heute nicht darin, mehr zu regulieren, sondern besser zu regulieren.“

Brancheneinblicke: Flexibilität ist die Zukunft

Inmitten dieser regulatorischen und rechtlichen Veränderungen betonen Branchenführer, dass Anpassungsfähigkeit von größter Bedeutung ist. In einem aktuellen Interview teilte SOFTSWISS-Gründer Ivan Montik seine Perspektive darüber mit, was den Erfolg in den kommenden Jahren ausmachen wird.

„Die Unternehmen, die es schaffen, Größe mit Geschwindigkeit zu verbinden, werden die Unternehmen sein, die diese Branche in fünf Jahren anführen. Aber sie müssen auch zuverlässig sein. Da die Branche reift und die Regulierung komplexer wird, müssen Unternehmen Flexibilität mit Stabilität, Compliance und langfristigem Vertrauen in Einklang bringen.“ - Ivan Montik, Gründer von SOFTSWISS.

Montik bemerkte, dass die Vorstellung von iGaming als Nischenbranche veraltet ist. Es handelt sich um einen reifen globalen Sektor, der weiterhin mit neuen Modellen wie Prädiktionsmärkten innoviert. Er ist der Ansicht, dass Unternehmen, um erfolgreich zu sein, schneller als der Markt wachsen müssen, indem sie innovieren und neue geografische Gebiete erschließen.

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Über den Redakteur

Alex Zlatanovic
Alex ZlatanovicSlot Mechanics & Data Analyst, CasinoPie