Die Geschichte des Glücksspiels in Schweden
Schweden hat eine lange und komplexe Beziehung zum Glücksspiel. Über Jahrzehnte hinweg bestand das Hauptziel darin, illegale Glücksspielaktivitäten zu kontrollieren und einzudämmen. 1934 gründete der Staat Tipstjänst, eine Organisation, die einen rechtlichen Rahmen schaffen und illegale Operationen in ein standardisiertes System überführen sollte. Dies war eine pragmatische Anerkennung der Tatsache, dass die Menschen ohnehin spielen würden und es daher besser war, es zu regulieren.
Ein entscheidender Moment kam 1997, als Tipstjänst mit der staatlichen Lotterie Penninglotteriet fusionierte, um Svenska Spel zu bilden. Dieses neue Unternehmen festigte das staatliche Monopol über die meisten Formen des Glücksspiels im Land.
Heute operiert Svenska Spel in drei Hauptbereichen: Sport & Casino (umfasst Sportwetten, Online Casinos, Poker und Bingo), Tour (Lotterien und Rubbellose) und Casino Cosmopol (landbasierte Casinos).
Der Aufstieg des iGaming in Schweden
Viele Jahre lang behielt die schwedische Regierung ihr Monopol bei und widersetzte sich dem Druck der Europäischen Union, ihren Markt für ausländische Konkurrenz zu öffnen. Das digitale Zeitalter machte diese Position jedoch zunehmend schwer zu halten, da Schweden problemlos auf internationale Online Casinos zugreifen konnten. Dies führte zu einer umfassenden Gesetzesreform.
Der Durchbruch kam 2018 mit einem überarbeiteten Gesetz, das am 1. Januar 2019 vollständig in Kraft trat. Diese neue Gesetzgebung beendete das Staatsmonopol und führte ein Lizenzsystem für private Betreiber ein, die Dienstleistungen auf dem schwedischen Glücksspielmarkt anbieten wollten. Die Regulierungsbehörde Spelinspektionen (die schwedische Glücksspielbehörde) wurde mit der Überwachung des neuen Systems beauftragt. Nach dieser Änderung traten 2020 81 neue Glücksspielunternehmen in den Markt ein, die schwedischen Spielern eine breite Palette legaler Optionen boten.

Neue Veränderungen auf dem schwedischen iGaming-Markt
Die Vorschriften von 2019 brachten erhebliche Änderungen mit sich. Die neuen Gesetze zielten darauf ab, den Spielerschutz durch Maßnahmen wie ein nationales Selbstausschlussregister (Spelpaus) und strenge Marketingregeln zu verbessern. Dies schuf ein sichereres Umfeld für Spieler, stellte aber auch Herausforderungen für Betreiber dar.
Trotz der strengeren Regeln förderte der neu regulierte Markt Innovation und Wachstum. Unternehmer starteten neue Projekte, und iGaming-Zentren begannen sich zu bilden, wodurch ein dynamisches Ökosystem entstand. Viele der heutigen Branchenriesen, wie Betsson, LeoVegas, NetEnt und Play’n Go, haben ihre Wurzeln in schwedischer Unternehmertätigkeit.
Der Umzug von iGaming-Unternehmen nach Malta
Trotz der Liberalisierung des Marktes zeigte sich ein bemerkenswerter Trend: Viele schwedische iGaming-Unternehmen verlegten ihre Hauptaktivitäten nach Malta. Diese Migration wurde hauptsächlich durch Maltas günstigere Steuergesetze und seinen Status als erste EU-Nation, die Online-Glücksspiele regulierte, angetrieben, wodurch ein ausgereiftes und unterstützendes iGaming-Ökosystem entstand.
Unternehmen stellten fest, dass der Betrieb von Malta aus finanzielle Vorteile und Zugang zu einem großen, erfahrenen Talentpool bot. Dies hat zu einer Situation geführt, in der viele führende Online Casinos, die den schwedischen Markt bedienen, im Ausland ansässig sind. Damit Schweden diese Unternehmen zurückgewinnen kann, könnten weitere Anpassungen seines Regulierungs- und Steuerrahmens notwendig sein, um den heimischen Markt für groß angelegte Operationen attraktiver zu gestalten.





