Das Leben eines Casinoprinzen
Ted Binions Leben liest sich wie ein Drehbuch für ein düsteres Krimidrama. 1943 als Sohn des legendären Casinobetreibers Benny Binion geboren, wurde Ted darauf vorbereitet, das Familienunternehmen, das ikonische Binion's Horseshoe Casino, zu übernehmen. Mit 21 Jahren half er bereits bei der Geschäftsführung, nachdem seinem Vater, einem verurteilten Kriminellen, die Glücksspiellizenz entzogen worden war.
Drei Jahrzehnte lang war Ted eine feste Größe in der Szene von Las Vegas. Er führte einen ausschweifenden Lebensstil, verkehrte mit High Rollern und wurde bekannt für seine nächtlichen Flirts. Doch sein Leben war turbulent. Er kämpfte mit Drogensucht, verkehrte mit bekannten Mobstern und wurde 1986 wegen Drogenhandels verhaftet. Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1989 entbrannte ein erbitterter Streit mit seinen Geschwistern um die Kontrolle des Casinos. Obwohl er fast ein weiteres Jahrzehnt an der Macht blieb, holten ihn seine persönlichen Dämonen schließlich ein.
Eine Abwärtsspirale
In seinen letzten Jahren zerfiel Ted Binions Leben. Sein Drogenkonsum eskalierte, was zur Suspendierung seiner Glücksspiellizenz führte. Er verkaufte die Familienranch, und seine entfremdete Frau verließ ihn und nahm ihre Tochter mit. Bis 1998 hatte der Mann, der einst an der Spitze eines Las Vegas-Imperiums stand, fast alles verloren. Ein wichtiger Teil seines Vermögens war eine riesige Silbersammlung, die er aus dem Casino-Tresor entfernen und in einem geheimen Bunker in der Wüste vergraben musste.

Die Untersuchung des Todes von Ted Binion
Am 17. September 1998 wurde Ted Binion von seiner Freundin Sandy Murphy tot auf einer Matratze in seinem Haus in Las Vegas aufgefunden. Der anfängliche **Ted Binion death** Tatort, mit leeren verschreibungspflichtigen Flaschen in der Nähe, deutete auf eine Überdosis Xanax und Heroin hin. Der Gerichtsmediziner stufte den Tod zunächst als Selbstmord ein, eine Theorie, die von Murphy unterstützt wurde, die behauptete, Binion sei wegen des Verlusts seiner Casinolizenz verzweifelt gewesen.
Binions Schwester, Becky, wies die Idee des Selbstmords jedoch sofort zurück. Sie, zusammen mit Binions Anwalt, beharrte darauf, dass Ted Pläne für die Zukunft gemacht hatte und sich nicht das Leben genommen hätte.
Die Ermittler fanden mehrere Ungereimtheiten. Die Art und Weise, wie Heroin in seinem Magen gefunden wurde, war ungewöhnlich für eine Überdosis. Dann, nur wenige Tage nach seinem Tod, wurde ein Mann namens Rick Tabish dabei erwischt, wie er Binions vergrabenen Silberschatz in der Wüste ausgrub. Tabish behauptete, Binion habe ihn angewiesen, dies im Falle seines Todes zu tun, doch die Polizei vermutete, er versuche, das mehrere Millionen Dollar schwere Versteck zu stehlen. Dieses Ereignis brachte Tabish mit dem Fall in Verbindung und nährte den Verdacht auf ein Verbrechen.
Prozess, Neuverhandlung und ein ungelöstes Rätsel
Die zunehmenden Beweise führten dazu, dass der Gerichtsmediziner den Tod im Mai 1999 als Tötungsdelikt neu einstufte. Die Ermittler deckten bald eine romantische Affäre zwischen Sandy Murphy und Rick Tabish auf. Die Theorie war, dass das Paar sich verschworen hatte, Binion wegen seines Vermögens zu ermorden. Im Juni 1999 wurden sie verhaftet und wegen Mordes angeklagt.
Die Staatsanwaltschaft argumentierte, dass Murphy und Tabish Binion gezwungen hätten, einen tödlichen Drogen-Cocktail einzunehmen und ihn dann erstickt hätten. Im Mai 2000 stimmte eine Jury zu und befand beide des Mordes für schuldig. Murphy wurde zu 22 Jahren bis lebenslänglich verurteilt, und Tabish erhielt 25 Jahre bis lebenslänglich.

Das Urteil wurde aufgehoben
Die Geschichte nahm 2003 eine weitere dramatische Wendung, als der Oberste Gerichtshof von Nevada die Verurteilungen aufgrund von Fehlern in den Geschworenenanweisungen aufhob. Ein neuer Prozess wurde angeordnet.
Im November 2004 sprach eine neue Jury sowohl Murphy als auch Tabish vom Mord frei. Sie wurden jedoch wegen geringerer Delikte, wie schwerem Diebstahl und Einbruch im Zusammenhang mit dem Silber, verurteilt. Murphy wurde wegen verbüßter Haftzeit freigelassen, während Tabish 2010 auf Bewährung freikam.
Das Erbe und die unbeantworteten Fragen
Der **Tod von Ted Binion** bleibt eines der beständigsten Mysterien von Las Vegas. War es ein tragischer Selbstmord eines Mannes, der alles verloren hatte, oder ein geschickt ausgeführter Mord durch ein gieriges Paar? Der Freispruch ließ die Frage offiziell unbeantwortet.
Der Fall beleuchtete auch Binions exzentrisches Leben, einschließlich seines vergrabenen Schatzes. Der Tresor enthielt schätzungsweise 7 bis 14 Millionen Dollar in Silberbarren, seltenen Münzen und Casino-Chips. Ein Großteil davon wurde an sein Nachlass zurückgegeben, aber ein erheblicher Teil bleibt unbeansprucht.
Ted Binion wird als komplexe Figur in Erinnerung bleiben: ein Mathematikgenie und freundlicher Casino-Host, der seine Kunden beim Namen kannte, aber auch ein paranoider Drogenabhängiger, der mit gefährlichen Leuten verkehrte. Seine Geschichte dient als warnendes Beispiel für ein Leben, das von den Exzessen von Las Vegas verzehrt wurde, und hinterlässt ein Erbe, das nicht durch das Casino-Imperium seiner Familie, sondern durch die Kontroverse seiner letzten Tage definiert wird.





