Was sind Outs im Poker?
Im Poker ist ein 'Out' jede verbleibende Karte im Deck, die deine Hand verbessern und sie idealerweise zur gewinnenden Hand machen kann. Wenn du auf einen Draw bist, wie einen Flush Draw oder einen Straight Draw, ist das Zählen der Outs der erste Schritt, um herauszufinden, ob es profitabel ist, in der Hand zu bleiben.
Im Wesentlichen, wenn eine Karte deine aktuelle Hand in eine stärkere verwandeln kann, von der du glaubst, dass sie deinen Gegner schlagen wird, ist diese Karte ein Out.
Da du die Karten deines Gegners nicht sehen kannst, gibt es natürlich immer ein Element des fundierten Rätselratens. Du zählst die Karten, die deine Hand stark genug machen, um basierend auf deiner Einschätzung der Situation zu gewinnen.
Stell dir zum Beispiel vor, du hältst K♠ Q♠ und der Flop kommt J♠ T♠ 6♦. Im Moment hast du nur King-hoch, was eine sehr schwache Hand ist. Viele Karten könnten jedoch auf Turn oder River kommen, um dir eine Powerhouse-Hand zu geben. Diese Karten sind deine Outs.

Jedes Ass oder jede 9 würde deine Straight vervollständigen. Jede Pik-Karte würde deinen Flush vervollständigen. Diese werden alle als Outs betrachtet, weil sie deine Hand dramatisch verbessern.
Wie man Outs im Poker zählt
Fahren wir mit demselben Beispiel fort: Du hast K♠ Q♠ auf einem J♠ T♠ 6♦ Board. Dies ist ein Open-Ended Straight Flush Draw, einer der stärksten Draws im Texas Hold'em.
Um deine Outs zu berechnen, gehst du wie folgt vor:
- Flush Outs: Es gibt 13 Pik-Karten in einem Deck. Du hältst zwei, und zwei liegen auf dem Board. Das lässt 9 Pik-Karten übrig.
- Straight Outs: Jedes Ass (4 Karten) oder jede 9 (4 Karten) vervollständigt deine Straight. Das sind insgesamt 8 Karten. Wir haben jedoch bereits das A♠ und die 9♠ in unseren Flush Outs gezählt. Also addieren wir die restlichen 6 Straight Outs (3 Asse und 3 Neunen der anderen Farben).
Zusammen ergibt das 9 + 6 = 15 'saubere' Outs. Dies sind Karten, die dir mit ziemlicher Sicherheit die beste Hand geben werden. In manchen Situationen könnte auch ein König oder eine Dame ein Out sein, wenn es dir das Top-Pair gibt und das ausreicht, um zu gewinnen. Das würde weitere 6 Outs hinzufügen, was die Gesamtzahl auf 21 erhöhen würde, aber diese sind weniger zuverlässig.

Warum solltest du deine Outs zählen?
Das Zählen deiner Outs ist nicht nur eine mentale Übung; es beeinflusst direkt deine Strategie. Wenn du mit einer Drawing Hand vor einer Bet stehst, ist das Wissen um deine Anzahl an Outs entscheidend, um die richtige Entscheidung zu treffen: Callen, Folden oder Raisen.
Je mehr Outs du hast, desto größer ist deine Equity (deine prozentuale Chance, den Pot zu gewinnen). Eine hohe Equity ermöglicht es dir, Bets profitabel zu callen. Es kann dir auch das Selbstvertrauen geben, deinen Draw aggressiv zu spielen, z. B. durch einen Semi-Bluff-Raise. Das setzt deinen Gegner unter Druck und gibt dir zwei Gewinnmöglichkeiten: indem du deine Hand triffst oder indem du ihn zum Folden zwingst.
Die 2er- und 4er-Regel
Die '2er- und 4er-Regel' ist eine einfache Abkürzung, um deine Outs in eine ungefähre prozentuale Chance umzurechnen, deine Hand zu treffen. Es ist ein wesentlicher Bestandteil der Poker-Mathematik.
- Auf dem Flop: Multipliziere deine Anzahl der Outs mit 4, um deine Chance zu schätzen, bis zum River zu treffen.
- Auf dem Turn: Multipliziere deine Anzahl der Outs mit 2, um deine Chance zu schätzen, auf dem River zu treffen.
Für einen Flush Draw (9 Outs) auf dem Flop beträgt deine Trefferchance bis zum River grob 9 x 4 = 36%. Wenn du auf dem Turn nicht triffst, beträgt deine Trefferchance auf dem River 9 x 2 = 18%. Diese schnelle Berechnung hilft dir, deine Gewinnchancen mit den Pot Odds zu vergleichen, um zu sehen, ob ein Call profitabel ist.

Fortgeschrittene Konzepte: Bluff Outs und PLO
Jenseits deiner direkten Outs gibt es Karten, die deine Bluffing-Möglichkeiten verbessern können. Diese werden manchmal 'Bluff Outs' oder 'Angstkarten' genannt. Wenn du zum Beispiel einen Straight Draw auf einem zweifarbigen Board hast (z.B. 8♦ 7♦ auf 5♠ 6♠ K♣), könnte jede Pik-Karte auf dem Turn eine Angstkarte sein. Du kannst den Flush repräsentieren und deinen Gegner möglicherweise von einer besseren Hand bluffen, auch wenn du dich nicht verbesserst.

In Pot Limit Omaha (PLO) ist das Zählen von Outs noch wichtiger, da Spieler mit vier Karten beginnen, was zu massiven Drawing Hands führt. Der Prozess ist derselbe, aber du musst selektiver sein. Im PLO solltest du dich primär darauf konzentrieren, Outs zu den Nuts (der bestmöglichen Hand) zu zählen, da das Erreichen einer zweitbesten Hand ein kostspieliger Fehler sein kann.
Outs zählen ist nur der Anfang
Zu lernen, wie man Outs im Poker zählt, ist eine grundlegende Fähigkeit. Es ist der Baustein für fortgeschrittenere strategische Konzepte wie Pot Odds, Implied Odds und Range-Konstruktion. Übe diese Fähigkeit jedes Mal, wenn du spielst. Sie wird dir in Fleisch und Blut übergehen und die mathematische Grundlage liefern, die du benötigst, um am Pokertisch konstant profitable Entscheidungen zu treffen.





