Branchenführer schlagen Alarm wegen Dominanz des Schwarzmarkts
Die europäische Glücksspielbranche kämpft mit einer ernsthaften Herausforderung durch unlizenzierte Betreiber. Jesper Eliasson, ein Direktor bei Paf, beschrieb legale Märkte als "ziemlich wehrlos" gegenüber dem durchdringenden Einfluss des illegalen Glücksspielmarktes. Diese Einschätzung unterstreicht eine wachsende Besorgnis, die die Nachhaltigkeit des lizenzierten und regulierten Glücksspiels auf dem gesamten Kontinent bedroht.
Das Ausmaß des Problems ist erschreckend. Laut einer Untersuchung von YieldSec entfallen über 71 % der Online-Glücksspielaktivitäten in der Europäischen Union auf illegale Operationen, ein Wert, der auf 80,6 Milliarden Euro geschätzt wird. Eine weitere Schätzung von CGI beziffert den Wert des globalen Schwarzmarktes auf enorme 5,9 Billionen US-Dollar, was die globale Natur dieses Problems unterstreicht.
Eliasson warnt, dass diese illegalen Betreiber ein völlig unausgewogenes Wettbewerbsumfeld schaffen. Sie zahlen keine lokalen Steuern und umgehen vollständig kritische Gesetze in Bezug auf Produktsicherheit, Zahlungen, Marketing, Geldwäschebekämpfung (AML) und verantwortungsvolles Glücksspiel.
"Wenn die Dinge nicht angegangen werden, werden die legalen Märkte implodieren", erklärte Eliasson. "Dies wird zu null Steuern und keinem Spielerschutz oder keiner Transparenz führen. Die Länder werden wichtige Einnahmen verlieren, und mehr Menschen werden Schaden nehmen."
Pafs Erfolg im Kontrast zu marktweiten Bedrohungen
Trotz der schwierigen Lage zeigen einige Betreiber eine starke Performance. Paf meldete ein rekordverdächtiges Jahr 2025, wobei der Umsatz der Gruppe um 12 % auf 214,5 Millionen Euro gegenüber 191,7 Millionen Euro im Vorjahr stieg. Dieses Wachstum wurde durch eine wachsende Kundenbasis, die auf 765.887 anstieg, und eine Steigerung der Gewinne auf 57,2 Millionen Euro angetrieben.
Das Unternehmen verfügt über eine bedeutende internationale Präsenz mit Lizenzen in Spanien, Schweden, Estland und Lettland. Die strategische Partnerschaft mit dem Grand Casino Luzern in der Schweiz führte zur Einführung von mycasino.ch, das sich mit über 30 % Marktanteil und einem Jahresumsatz von über 100 Millionen Euro zu einem Marktführer entwickelt hat.
Spielerschutz und Regulierung rücken in den Mittelpunkt
Als Reaktion auf diese Herausforderungen verstärkt die Branche ihr Engagement für den Spielerschutz. Der bevorstehende SBC Summit in Lissabon, geplant vom 29. September bis 1. Oktober 2026, wird ein spezielles Symposium zum Spielerschutz veranstalten. Ziel der Veranstaltung ist es, die Branche von einer compliance-orientierten Denkweise zu einem präventiveren und spielerzentrierteren Ansatz zu bewegen.
Das Symposium wird mehrere zentrale Podiumsdiskussionen umfassen:
- Innovation in der Technik: Erkundung, wie KI und Datenanalyse Betreibern helfen können, Risiken früher zu erkennen und effektivere Interventionen zu bieten.
- Wessen Schultern trägt verantwortungsvolles Glücksspiel?: Eine Debatte über die geteilte Verantwortung zwischen Betreibern, Regulierungsbehörden und Spielern.
- Die ethische Spannung in Glücksspielwerbung: Untersuchung, wie Engagement und Verbraucherschutz im Marketing in Einklang gebracht werden können.
- Regulierungen werden strenger: Eine Betrachtung, ob strengere Regeln den legalen Markt stärken oder Verbraucher unbeabsichtigt in den illegalen Glücksspielmarkt drängen.
Dieser Fokus auf Selbstverbesserung und Zusammenarbeit ist entscheidend. Eliasson schlägt vor, dass ein Weg nach vorne einen verstärkten Datenaustausch und eine Zusammenarbeit der Geheimdienste zwischen lizenzierten Betreibern und Behörden beinhaltet. Er äußerte sich auch vorsichtig optimistisch bezüglich einer EU-weiten Glücksspielsteuer, vorausgesetzt, sie ist Teil einer umfassenderen Harmonisierung der Vorschriften, die den legalen Markt attraktiver macht.
Neue Produkte erschweren die Prävention von Glücksspielschäden
Während die Branche die bekannte Bedrohung durch den illegalen Glücksspielmarkt angeht, schaffen neue Produkte frische Herausforderungen für die Prävention von Glücksspielschäden. Das Aufkommen von Prognosemärkten, die Elemente des Finanzhandels mit Wetten verbinden, ist ein Schlüsselbeispiel. Diese Plattformen sind besonders beliebt bei einer demografischen Gruppe, die bereits an Finanzmärkten aktiv ist.
Forschungen von Truist Securities zeigen eine signifikante Überschneidung zwischen Nutzern von Prognosemärkten und Finanzhändlern. Die Studie ergab, dass 60 % Aktien gehandelt, 65 % Kryptowährungen gekauft oder verkauft und 43 % Optionen oder Terminkontrakte gehandelt hatten. Dies deutet auf eine Nutzerbasis hin, die diese Aktivitäten eher als Investition denn als Glücksspiel betrachten könnte.
Die Finanzdienstleistungsbranche nimmt dies bereits zur Kenntnis. Das Investmentunternehmen Hargreaves Lansdown soll Berichten zufolge bei seinem Screening-Prozess potenzielle Investoren nach einer Vorgeschichte mit Glücksspielproblemen fragen. Dieser Schritt deutet auf ein wachsendes Bewusstsein für das Potenzial riskanter monetärer Verhaltensweisen hin, die sowohl Investitionen als auch Glücksspiel umfassen können, was die Mission des Spielerschutzes weiter erschwert.
Lizenzierte vs. unlizenzierte Operationen: Ein scharfer Kontrast
Die grundlegenden Unterschiede zwischen der regulierten Industrie und dem Schwarzmarkt verdeutlichen die Einsätze für die Verbrauchersicherheit und die nationalen Wirtschaften.
| Merkmal | Lizenzierte Betreiber | Illegaler Glücksspielmarkt |
|---|---|---|
| Besteuerung | Trägt zu lokalen und nationalen Steuern bei | Umggeht alle Steuerpflichten |
| Spielerschutz | Implementiert strenge Tools für verantwortungsvolles Glücksspiel | Bietet keine Spielersicherheitsmaßnahmen |
| Rechtliche Einhaltung | Hält sich an AML- und Regulierungsgesetze | Umgeht alle rechtlichen Rahmenbedingungen |
| Verbraucherrechte | Bietet rechtliche Schritte für Spieler | Bietet keinen Schutz oder Unterstützung |





