Den Backdoor Draw im Poker verstehen
In der Welt des Pokers ist ein Backdoor Draw ein Begriff, den Sie häufig hören werden. Er beschreibt eine Situation, in der ein Spieler zwei spezifische, aufeinanderfolgende Karten auf dem Turn und dem River erhalten muss, um eine starke Fünf-Karten-Hand zu vervollständigen. Dies wird auch häufig als „Runner-Runner“-Draw bezeichnet. Im Gegensatz zu einem Standard-Draw, der nur eine Karte benötigt, ist der Backdoor Draw eine zweistufige Mission, wodurch er viel unwahrscheinlicher ist, aber umso trügerischer, wenn er trifft.
Wie ein Backdoor Draw funktioniert: Vom Flop zum River
Lassen Sie uns die Mechanik aufschlüsseln. Nach dem Flop könnte ein Spieler drei Karten zu einem Straight oder einem Flush haben. Um seine Hand zu vervollständigen, muss er EINE hilfreiche Karte auf dem Turn UND eine weitere auf dem River erhalten. Diese Anforderung von zwei Karten definiert den Backdoor Draw.
Beispiel 1: Der Backdoor Flush Draw
Stellen Sie sich vor, Sie halten A♥ K♥. Der Flop zeigt 7♥ Q♠ 2♣. Zu diesem Zeitpunkt haben Sie drei Herzen. Sie benötigen ein Herz auf dem Turn und ein weiteres Herz auf dem River, um Ihren Nut Flush zu bilden. Wenn der Turn die 9♥ und der River die 4♥ ist, haben Sie Ihren Backdoor Flush erfolgreich vervollständigt.
Beispiel 2: Der Backdoor Straight Draw
Nehmen wir an, Ihre Hand ist 8♠ 9♠. Der Flop ist A♦ 7♣ 2♥. Sie haben drei Karten zu einem Straight (7, 8, 9). Sie benötigen eine 6 auf dem Turn und eine 5 auf dem River (oder eine 10 und einen Buben), um den Straight zu vervollständigen. Wenn der Turn die 10♦ und der River die J♣ ist, haben Sie Ihren Backdoor Straight getroffen.
Die Mathematik und Strategie hinter Backdoor Draws
Das Verständnis der Quoten ist entscheidend. Die Wahrscheinlichkeit, einen Backdoor Draw zu treffen, ist ziemlich gering. Für einen Backdoor Flush Draw (der zwei bestimmte Farben benötigt) liegen die Quoten bei ungefähr 4,2 %. Das bedeutet, es wird etwa einmal alle 24 Mal passieren. Aufgrund dieser geringen Gewinnwahrscheinlichkeit ist es eine verlorene Pokerstrategie, ihnen wahllos nachzujagen.
Expertentipp: Erwägen Sie einen Backdoor Draw nur zu spielen, wenn Sie andere Möglichkeiten haben, die Hand zu gewinnen, wie zum Beispiel Overcards, ein Paar oder die richtigen Pot Odds und Implied Odds, um den Call zu rechtfertigen.
Wann sollten Sie einen Backdoor Draw spielen?
Die Entscheidung, ob Sie einen Runner-Runner Draw verfolgen sollten, hängt von mehreren Faktoren ab:
- Pot Odds & Implied Odds: Der Pot muss groß genug sein oder der Stack Ihres Gegners tief genug, um die Verfolgung des unwahrscheinlichen Draws profitabel zu machen, falls Sie treffen.
- Position: Eine späte Position gibt Ihnen mehr Informationen und Kontrolle über die Potgröße, was das Spielen von Backdoor Draws erleichtert.
- Gegnerische Tendenzen: Gegen aggressive Spieler, die häufig setzen, könnten Sie den richtigen Preis bekommen, um weiterzuspielen. Gegen enge Spieler kann eine Backdoor-Hand eine großartige Möglichkeit sein, einen großen Pot zu gewinnen, weil sie so gut getarnt ist.
- Zusätzliche Equity: Ihre Hand ist viel spielbarer, wenn sie mehr als nur das Backdoor-Potenzial hat. Zum Beispiel, wenn Sie zwei Overcards zum Board zusammen mit einem Backdoor Flush Draw halten, haben Sie mehr Möglichkeiten zu gewinnen.
Vergleich: Standard Draw vs. Backdoor Draw
| Merkmal | Standard Draw | Backdoor Draw |
|---|---|---|
| Benötigte Karten | Eine (Turn oder River) | Zwei (Turn UND River) |
| Wahrscheinlichkeit (Flush) | ~35 % vom Flop | ~4,2 % vom Flop |
| Handstärke | Für Gegner offensichtlich | Sehr gut getarnt |
| Strategie | Oft aggressiv gespielt | Oft passiv/spekulativ gespielt |
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Frage „was ist ein Backdoor Draw“ für jeden angehenden Pokerspieler von grundlegender Bedeutung ist. Es ist eine spekulative Hand mit geringer Wahrscheinlichkeit, aber hohem potenziellen Gewinn. Zu meistern, wann man diesen Draws nachjagt und wann man sie foldet, unterscheidet unerfahrene Spieler von erfahrenen Haien.





